Geschichte der Baptisten

 

 

Baptismus

Der Baptismus ist eine reformatorisch geprägte freikirchliche Gemeindebewegung.
Der Name „Baptismus“ weist auf ein äußerlich auffallendes Unterscheidungsmerkmal
im Vergleich zu anderen Kirchen hin.
In Baptistengemeinden werden nur Menschen auf ihr persönliches Bekenntnis hin getauft.

Im Grunde genommen steht aber nicht die Glaubenstaufe im Mittelpunkt,
sondern sie ist die folgerichtige Konsequenz einer persönlichen Christusnachfolge.


Die Wurzeln

Die Wurzeln des Baptismus reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück,
wo sich infolge der Reformation Luthers und Zwinglis Täufergemeinden bildeten.
In England kam es Anfang des 17. Jahrhunderts zur Gründung von Gemeinden
nach dem Vorbild des Neuen Testaments.
Von England aus breitete sich das Gedankengut in den USA aus.
Roger Williams gründete 1639 die erste Baptistengemeinde in Nordamerika.
Diese Gemeindebewegung entwickelte sich dort bald zu einer der stärksten Kräfte des religiösen Lebens.
 

Entwicklung in Deutschland

Die erste deutsche Baptistengemeinde entstand im April 1834 als sich der Kaufmann
Johann Gerhard Oncken mit sechs weiteren Christen in der Hamburger Elbe taufen ließ.
Neben Oncken gehören noch Julius Köbner und Gottfried Wilhelm Lehmann zu den Gründervätern des deutschen Baptismus.
Der starke missionarische Eifer führte zu einer erstaunlichen Verbreitung auch außerhalb Deutschlands, vor allem in osteuropäischen Ländern. 1849 wurde ein Gemeindebund
ins Leben gerufen, der 1888 rechtlich anerkannt wurde.
 

Zusammenarbeit mit christlichen Kirchen

Von Anfang an gab es das Gespräch mit Christen anderer Kirchen.
So geht die Gründung des deutschen Zweigs der Evangelischen Allianz
wesentlich auf Gottfried Wilhelm Lehmann zurück.
Ebenfalls gehören Baptisten zu den Gründungsmitgliedern
der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland.

In Deutschland schlossen sich die Baptisten mit anderen freikirchlichen Gruppen
während des Zweiten Weltkrieges zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zusammen.
 

Baptisten in der Gegenwart

Heute bildet der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland mit über 850 Gemeinden und etwa 88.000 Mitgliedern die größte Freikirche.

Der Gemeindebund findet als Kirche staatliche Anerkennung
und bildet kirchenrechtlich eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.